Transkutane CO₂-Überwachung auf der neonatologischen Intensivstation

Ermöglicht die kontinuierliche Sichtbarkeit der CO₂-Werte in Echtzeit, um eine möglichst schonende, neuroprotektive Beatmung zu unterstützen und Schmerzen durch weniger Blutentnahmen zu reduzieren.

WARUM DIE KONTINUIERLICHE SICHTBARKEIT WICHTIG IST

Ausgewogener Schutz von Gehirn und Lunge

Ein zentrales Ziel auf der neonatologischen Intensivstation (NICU) ist es, Säuglinge durch die sorgfältige Einstellung der Beatmungsunterstützung vor Hirnschäden wie intraventrikulären Blutungen (IVH) zu schützen. Diese Unterstützung birgt jedoch inhärente Risiken: Eine zu geringe Volumenzufuhr kann zu Derecruitment und Atelektasen führen, während eine zu hohe Zufuhr Überbähung und Volutrauma verursachen kann.

Die kontinuierliche, genaue CO₂-Überwachung unterstützt NICU-Teams dabei, das richtige Gleichgewicht zu finden – um eine ausreichende Atemunterstützung zum Schutz des Gehirns zu gewährleisten, und um gleichzeitig schonend genug vorzugehen, um die Lungen Ihrer empfindlichen Patienten zu schützen.

NICHT-INVASIVE ÜBERWACHUNG FÜR EINE WENIGER INVASIVE VERSORGUNG

Schmerzen und Blutverlust verringern

Auf der NICU müssen Blutgase häufig überprüft werden, was bei kleinen Frühchen schnell zu einem erheblichen kumulativen Blutverlust führen kann. Darüber hinaus verursacht jede Fersenpunktion Schmerzen und Stress, was sich nachweislich negativ auf die neurologische Entwicklung auswirkt – wie zum Beispiel:

  • Einen niedrigeren ‚Mental Development Index‘ im Alter von 8 und 18 Monaten¹
  • Eine schlechtere visuelle Wahrnehmungsfähigkeit im Schulalter²
  • Eine reduzierte weisse Substanz und einen niedrigeren IQ im Alter von 7 Jahren³
VORTEILE IN STUDIEN BELEGT

Von der Implementierung zum Mehrwert auf der NICU

Die Einführung der transkutanen CO₂-Überwachung und die Standardisierung ihrer Anwendung auf der gesamten NICU bringt für die kleinsten Krankenhauspatienten erwiesenermassen wichtige positive Effekte mit sich:

Woman’s Hospital NICU | Baton Rouge, Louisiana
Hier konnte eine Reduzierung der Blutentnahmen bei extrem frühgeborenen Säuglingen um 50% erzielt werden – innerhalb des ersten Jahres nach der Standardisierung der transkutanen CO₂-Überwachung.

Welche Strategien hat die NICU verfolgt?

Penn State Health Children’s Hospital NICU | Hershey, Pennsylvania
Mit der Einführung der transkutanen CO₂-Überwachung konnte hier die Frequenz von Blutentnahmen von vier Stunden auf 12 Stunden verringert werden.5

Wie hat die NICU die konsistente Anwendung der transkutanen Überwachung sichergestellt?

Children’s Hospital of Philadelphia NICU | Philadelphia, Pennsylvania
Mit Hilfe der transkutanen CO2-Überwachung wurde die Anzahl der täglichen Blutentnahmen bei stationär behandelten beatmeten Patienten um über 25 % reduziert.6

Lesen Sie die Studie

University of Alabama at Birmingham NICU | Birmingham, Alabama
Nach der Implementierung eines Care Bundles für Neugeborene, das die Verwendung der transkutanen Überwachung zur Erreichung sicherer CO₂-Werte beinhaltet, konnte die durchschnittlichen Rate schwerer intrakranieller Blutungen (ICH) oder Todesfälle in der ersten Woche nach der Geburt um mehr als 10 % gesenkt werden.7

Welche Care Bundles wurden implementiert?

Vorteile für Patienten

Kontinuierliche CO₂-Informationen tragen dazu bei, Blutentnahmen und Fersenpunktionen auf sichere Art und Weise zu reduzieren, während eine fortlaufende Messdauer von bis zu 8 Stunden Versorgungsprotokolle mit geringer Stimulation ermöglicht.

Vorteile für Kliniker

Kontinuierliche, genaue CO₂-Werte und eine lange Messdauer ermöglichen die lückenlose Überwachung dieser empfindlichen Patienten, ohne sie zu stören.

Vorteile für Einrichtungen

Transkutanes CO₂ liefert genaue Beatmungsinformationen, auch dort wo die endtidale Messung an ihre Grenzen stösst – selbst bei Hochfrequenz- und High-Flow-Beatmungsmethoden sowie bei Bubble-CPAP und Spontanatmung.

Die niedrige Sensortemperatur und verschiedene Optionen zur Sensorbefestigung schützen empfindliche Haut.

Über die Haut gemessene CO₂ -Werte sind genau, unabhängig von dem Beatmungsmodus oder dem Schweregrad der Lungenschädigung.

Durch die Reduzierung von Blutentnahmen und Fersenpunktionen werden sowohl direkte als auch indirekte Kosten wie Schmerzen, Blutverlust, Transfusionen und Infektionen gesenkt.

Der neue tCOM+ Monitor

CO₂-Überwachung für die kleinsten, empfindlichsten Patienten

Der Sentec tCOM+ wurde speziell für die neonatologische Intensivstation entwickelt und bietet die Genauigkeit, auf die sich Kliniker bei der Patientenversorgung verlassen können, sowie Funktionen, die auf die besonderen klinischen und betrieblichen Anforderungen der NICU zugeschnitten sind, wie z. B.:

  • Smart Cal-Mem-Funktion: Erlaubt eine kurzfristige Trennung von Gerät und Sensor ohne Neukalibrierung, um die Känguru-Pflege und Lagerungswechsel zu unterstützen.
  • Vielseitige Optionen für die Sensorbefestigung: Einschliesslich einem Klettbandapplikator für die sanfte Sensorbefestigung bei Frühgeborenen und in Umgebungen mit hoher Luftfeuchtigkeit.
  • Ereignisprotokollierung in Echtzeit: Verfolgen Sie die Auswirkungen von Interventionen.

Empfohlen von Fachgesellschaften weltweit

American Association of Respiratory Care | Leitlinien für die klinische Praxis8
Empfehlung der transkutanen CO₂-Überwachung „zur Feststellung von Hypoventilation oder Atemdepression“ bei:

  • konventionellen Beatmungsmodi
  • Hochfrequenzbeatmung
  • Steady-State-Hochfrequenz-Jet-Ventilation
  • nicht-invasiver Beatmung
  • Patiententransport
  • Bronchoskopien oder Eingriffen, die eine Sedierung erfordern
  • Länger andauernden laparoskopischen Eingriffen
  • Schlafstudien
  • Lungenfunktionsprüfungen
  • Bewertung einer postoperativen Hyperkapnie
  • Titration der Langzeit-Sauerstofftherapie

Schweizerische Gesellschaft für Neonatologie | Standards für die neonatologische Versorgung9
Anerkennung der kontinuierlichen transkutanen pCO₂-Überwachung als Voraussetzung für Level IIB- und Level III (High-Level)-NICUs.

Deutscher Deutscher Gemeinsamer Bundesausschuss | Qualitätssicherungsrichtlinie für Früh- und Neugeborene10
Verlangt, dass vier der sechs für die Intensivtherapie vorgesehenen Betten mit einer transkutanen pCO₂-Überwachung ausgestattet sind.

Western Australia Child and Adolescent Health Services | Transcutaneous Carbon Dioxide Monitoring Guidelines11
Empfehlung der kontinuierlichen transkutanen CO₂-Überwachung auf der NICU für:

  • Patienten, die in den ersten vier Lebenstagen eine mechanische Beatmung benötigen
  • Chirurgisch behandelte Säuglinge in den ersten vier Stunden nach der Operation
  • Chirurgisch behandelte Säuglinge, die in den ersten 24 Stunden nach der Operation eine postoperative Atemunterstützung benötigen
  • Säuglinge mit Pneumothorax
  • Die ersten vier Stunden nach der Extubation

National Institute for Health and Care Excellence (NICE) | Respiratory Care Guidelines for Preterm Babies12
Empfehlung der transkutanen CO₂-Überwachung bei invasiv beatmeten Frühgeborenen.

Quellen

  1. Grunau, R.E., et al. Neonatal Pain, Parenting Stress and Interaction, In Relation To Cognitive And Motor Development At 8 And 18 Months In Preterm Infants. Pain. 2009.
  2. Doesburg, S.M., et al. Neonatal Pain-Related Stress, Functional Cortical Activity and Visual-Perceptual Abilities In School-Age Children Born At Extremely Low Gestational Stage. Pain. 2013.
  3. Vinall, J., et al. Invasive Procedures In Preterm Children: Brain And Cognitive Development At School Age. Pediatrics. 2014.
  4. Schorr, M., et al. Reducing Pain in the NICU: A Quality Improvement Initiative at Woman’s Hospital. Neonatal Intensive Care. 2025.
  5. Donnelly, A., et al. Transcutaneous Monitoring in the NICU: Overcoming Challenges and Driving Consistent Implementation in an Academic Medical Center’s Level IV NICU. 2021.
  6. Mukhopadhyay, S., et al. Neonatal Transcutaneous Carbon Dioxide Monitoring – Effect on Clinical Management and Outcomes. Respir Care. 2016.
  7. Travers, C.P., et al. A Quality Improvement Bundle to Improve Outcomes in Extremely Preterm Infants in the First Week. Pediatrics. 2022.
  8. Restrepo, R.D., et al. AARC clinical practice guideline: transcutaneous monitoring of carbon dioxide and oxygen: 2012. Respir Care. 2012.
  9. Bassler, D. Standards for Levels of Neonatal Care in Switzerland. Swiss Society of Neonatology. 2019.
  10. Gemeinsamer Bundesausschuss. BAnz AT. 2020.
  11. Government of Western Australia Child and Adolescent Health Service. Guideline: Transcutaneous Carbon Dioxide Monitoring (TCM). 2006.
  12. National Institute for Health and Care Excellence. Specialist Neonatal Respiratory Care for Babies Born Preterm. 2019.

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